Weltweit fallen rund 2
Gt Stroh aus der Getreideproduktion an. Etwa die Hälfte
davon wird als Streu, Futter oder zur Bodenverbesserung benötigt.
(Die überstehenden Stoppeln und Wurzeln auf den Feldern
genügen als Humusbildner.)
Ungefähr 1 Gt Stroh pro Jahr stehen zur Erzeugung von
Treibstoffen, Energie und Chemikalien zur Verfügung.
Der Energieinhalt entspricht zur Zeit 3.7 % des Primärenergieverbrauchs.
Allerdings entsprechen die chemischen und physikalischen Eigenschaften
von Stroh nicht den gegenwärtigen Standards. Man benötigt
neue verfahrenstechnische Konzepte.
Ein Möglichkeit ist ein neues zweistufiges Verfahrenskonzept
zur Gaserzeugung aus Biomasse, das die besonderen Eigenschaften
von Stroh und anderen trockenen halmartigen Biomassen berücksichtigt.
Die gehäckselten Partikel werden zunächst in einer
Reihe von regionalen Schnellpyrolyseanlagen verflüssigt.
Dabei fällt auch ein Teil an festem pulverförmigen
Koks an, der mit dem Pyrolyseöl zu einem pumpbaren Slurry
aufgeschlämmt wird, der sich besonders gut zur Lagerung
und zum anschließenden Transport in eine zentale Anlage
zur Gaserzeugung eignet und dort je nach Bedarf zu Methanol,
Diesel oder anderen Chemikalien
umgesetzt wird. Das unkonvertierte Restgas wird wirtschaftlich
zur Elektrizitätserzeugung verbrannt. Nur eine Koproduktion
von Synthesegas, Elektrizität
und Wärme können die Wirtschaftlichkeit
der Biomassenutzung sicherstellen.
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