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Energieträger Wasserstoff
Energieträger Wasserstoff ist keine Primärenergie, sondern stellt bloss einen universell einsetzbaren Energieträger dar. Erst wenn der Wasserstoff erzeugt ist, ist dieser Energieträger umweltfreundlich, da bei der Verbrennung nur Wasserdampf entsteht.  
Wasserstoff ist also keine Energiequelle. Die Herstellung geschieht heute weitgehend aus nicht erneuerbaren Rohstoffen, hauptsächlich Erdöl. Der Wasserstoff wird deshalb in den nächsten 20 Jahren noch keine nennenswerte Bedeutung haben.
Weltenergieverbrauch mit Atomkraft? Um den heutigen Weltenergieverbrauch mit Atomkraftwerken zu decken, würden über 10'000 Atomkraftwerke benötigt! Heute sind es gerade mal 439. Das Uran würde in kürzester Zeit ausgehen.
Als Alternative wird deshalb die Fusionstechnik diskutiert. Diese ist aber frühestens in 50 Jahren einsatzbereit (sagen die Optimisten).
Speicherung

Neben dem schlechten Wirkungsgrad, der zur Zeit meist lieber verschwiegen wird, ist die Technik für Speicherung und Stromerzeugung sehr aufwendig. Es ist deshalb eher zweifelhaft, dass sich Wasserstoff auf breiter Front im Fahrzeug durchsetzen wird. Zur Zeit sind auch keine Lösungen in Sicht, wie man Wasserstoff speichern kann, damit Reichweiten deutlich über 300km möglich werden.
Die beiden gebräuchlichsten Verfahren zu Wasserstoffspeicherung ist der Drucktank (bis 700 bar) und der Flüssigwasserstoff (Abkühlung auf 20 Kelvin, das sind minus 253 Grad).

 
Transport Um gleich viel Energie in Form von Wasserstoff in Drucktanks zu den Tankstellen zu transportieren, wie einem Benzin- oder Dieseltanklastwagen entspricht, benötigt man 22 Lastwagen!
Aus diesem Grund überlegt man, den Strom zu der Tankstelle zu leiten und dort den Wasserstoff vor Ort zu erzeugen. Das wird aber teurer, da sehr viele Kleinanlagen gebaut werden müssten.
 
beide Richtungen Der Prozess Wasserstoff zu Stromerzeugung ist bi-direktional. Es gibt bestimmte Zellen, die können sowohl aus Wasserstoff Strom machen, als auch aus Strom Wasserstoff.
Das kann in besonderen Anwendungen von Vorteil sein. Zum Beispiel könnte so ein System wie ein sehr grosser Akkku eingestetzt werden.
Erneuerbare Quellen Wasserstoff kann auch aus erneuerbaren Quellen erzeugt werden. Zum Beispiel mit Solarzellen und Windanlagen, die Strom für diesen Zweck produzieren.  
Wasserstoffauto Würde man mit Wind und Solarstrom Kohlekraftwerke ersetzen, könnte der CO2-Ausstoss 2.5 mal mehr reduziert werden, als wenn wir über den Wasserstoff Autos damit antreiben! Wasserstofffahrzeuge sind über die ganze Wirkungsgradkette nur etwa 10 bis 20% besser als ein gutes Hybridfahrzeug!
Wirkungsgrad Die Wirkungsgrade in der Wasserstoffkette sind im allgemeinen sehr schlecht. Von der Herstellung bis zur Tankstelle (via: Strom (Elektrolyse) aus Wasser - komprimieren oder verflüssigen - transportieren zur Tankstelle) ist der Wirkungsgrad etwa 50%.
Vom Strom aus einem (Solar-)Kraftwerk, via Wasserstoff in einem Brennstoffzellenfahrzeug verwendet, kommen noch 20 - 25% beim Elektroantrieb an.
 
kein Wasserstoff-zeitalter! In einem ersten Schritt sollten wir also stationäre Kohle und Ölkraftwerke mit erneuerbarer Energie ersetzen, und brauchen deshalb vorläufig die Wasserstoffwirtschaft gar nicht.  
mögliche Probleme
  • Gibt es genügend Energie aus erneuerbaren Quellen, um die benötigte Menge Wasserstoff zu erzeugen?
  • Wie stark werden die Brennstoffzellen abgenutzt und gelangen dadurch problematische Stoffe in zu grossen Mengen in die Umwelt?
  • Wasserstoff geht zu einem gewissen Prozentsatz durch Lecke und Umfüllverluste verloren. Kann dies in grossen Mengen ungünstigen Einfluss auf unsere Atmosphäre haben?
sinnvolle Anwendungen
  • Kleintverbraucher (z.B. Laptop)
  • Energie-Zwischenspeicher in Grossanlagen.
 
     
Links
Ulf Bossel "Elektronenwirtschaft" statt "Wasserstoffwirtschaft"
Strom aus Erneuerbaren Energien wird die "Leitwährung" künftiger Energieversorgung (PDF, 380kB)
 
     
 
 
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